Vor einiger Zeit wurde viel über No-Go Areas in Gelsenkirchen – vor allem in Ückendorf – geschrieben. Die Polizeipräsidentin berichtet heute im Hauptausschuss unter dem Tagesordnungspunkt 7 über die aktuelle Lage. Die komplette Tagesordnung findet ihr hier, wobei wir mit der Live Berichterstattung wahrscheinlich wirklich erst mit dem Bericht der Polizeipräsidentin einsteigen werden – zumindest in der üblichen Ausführlichkeit.
Live-Blog:
- Polizei Gelsenkirchen warnt vor einer Parallelwelt (WAZ, 03.12.)
- Gelsenkirchener Politik fordert Aufklärung in Sachen Clans (WAZ 03.12.)
Es gab in folge verschiedene andere Berichte. Leider nicht prominent in der WAZ und auf der Homepage der Zeitung die offizielle Position der Polizei. Ein Scan unter Polizei sieht keine Belege für „rechtsfreie Räume“.
Tagesordnungsdebatte
In der Tagesordnungsdebatte bringt die CDU einen Antrag zum Ausfalls der RWE Dividende und den Einfluss auf den Haushalt ein. Dieser wird behandelt.
Wir GRÜNE fordern das Bedarfskonzept Bäder, Saunen, Eishalle für die Stadt Gelsenkirchen nicht nur als Mitteilungsvorlage zur Kenntnis zu nehmen, sondern auch zu diskutieren und vor der Behandlung im Aufsichtsrat auch öffentlich zu behandeln. SPD und CDU stellen sich dagegen. Es soll erst im Aufsichtsrat vorberaten werden und dann in den Ausschuss. WIN unterstützt die GRÜNE Forderung: Stadt sei Taktgeber, Stadtwerke ausführendes Organ. AUF kritisiert, dass das Dokument quasi als Geheimdokument seit September unter Verschluss stand. Es brauchte eine öffentliche Diskussion. LINKE folgen der CDU und SPD. Die Diskussionen über Bädergutachten wird mit Stimmen von SD, CDU, AfD und LINKE in den Hauptausschuss am 7.4. verschoben.
Pro Deutschland Antrag zur Umstellung der Wirtschaftsförderung ist überholt: Es gibt eine Neustrukturierung im letzten Jahr. Ohne Überraschung mt Gegenstimme von Pro Deutschland und Enthaltung von AfD abgesetzt. Persönliche Anmerkung: Wenn Pro Deutschland auch mal im Wirtschaftsausschuss auftauchen würde, wüssten sie das auch. Auch Aussagen dazu, dass nur Arbeitsplätze verloren gehen würden stimmen einfach nicht. Wahrscheinlich wird man nach der Diskussion wieder darüber lesen können, dass die „etablierten Parteien“ nicht darüber reden wollen. Dabei glänzt Pro Deutschland nur durch Abwesenheit.
RWE Aktien
Die Stadt hat noch 72 Aktien mit einem Wert von 11,71 Euro. Verluste wären gering.
Sonntagsöffnungszeiten
CDU wird heute zustimmen, aber sich im Rat verschieden enthalten. Am Ende GRÜNE und LINKE dagegen. Verkaufsoffene Sonntage findet ihr damit jetzt in dieser Vorlage oder direkt hier (jeweils 13-18 Uhr):
Im Stadtbezirk 1 – Gelsenkirchen-Mitte – und im Stadtteil Neustadt (Stadtbezirk Süd) am 03.04. (Blumen- und Gartenmarkt), 02.10. (Bauernmarkt), 06.11. (Winterlicht-Eröffnung „1000 Lichter in der City“) und 04.12.2016 (Weihnachtsmarkt-Shopping).
Im Stadtbezirk 2 – Gelsenkirchen-Nord – am 05.06. (Buer-Live), 04.09. (City-Fest), 06.11. (Herbstfest/Erntedankfest) und 11.12.2016 (Weihnachtsmarkt).
Im Stadtbezirk 3 – Gelsenkirchen-West – am 03.04. (Mobilitätsschau), 05.06. (Gaudium-Fest), 02.10. (Herbstfest) und 04.12.2016 (Weihnachtsmarkt).
Im Stadtbezirk 4 – Gelsenkirchen-Ost – am 08.05. (Frühlingsfest) und 09.10.2016 (Herbstfest).
Für den Stadtbezirk 5 – Gelsenkirchen-Süd – ist keine weitere Veranstaltung geplant.
Vergabe von Verkehrsdienstleistungen an BOGESTRA
Die Vorlage ist etwas komplexer. OB Baranowski sagt, er habe sie zweimal lesen müssen, bevor er sie unterschrieben hat. Zudem streikt jetzt noch die Technik. Aber nun gibt es einen Vortrag der BOGESTRA.
Weiter gehts nicht-öffentlich…zumindest bis 18 Uhr
Die anderen Punkte gehen relativ durch. Wären jetzt beim Bericht der Polizeipräsidentin, aber die ist erst für 18 Uhr angekündigt. Die Sitzung wird gleich unterbrochen bis dahin. Zumindest für die Öffentlichkeit. Es werden dann nicht-öffentliche Punkte behandelt, während die Gäste auf Einladung des Oberbürgermeisters unten einen Kaffee trinken dürfen. Auch nett 😀

Bericht der Polizeipräsidentin beginnt
Als er 2004 OB wurde, gab es keinen Kommunalen Ordnungsdienst, den gab es erst 2007 mit 7 Personen, 2014 sind es 27. Er hat großen Respekt vor diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Stadtteile und das Engagement dort würde dadurch kleingeredet. Unternehmer vor Ort beschweren sich, dass solche Berichte ihnen schaden. Können uns einen solchen Umgang nicht leisten. Wir brauchen eine genaue Betrachtung.
Natürlich gäbe es Problemecken: Darum finanzieller Einsatz in der unteren Bochumer Straße. Als Oberbürgermeister könne man andere Stellen viel schneller für Erfolge nutzen. Wegen 300 Meter Straße würde ein ganzer Stadtteil in Mithaftung genommen.
Nun der Bericht von Anne Heselhaus-Schröer
2015 kam es zu einer Zunahme von „Tumultdelikten“. Nach kleineren Delikten solidarisieren sich Menschen mit anderen in polizeilichen Maßnahmen. Es kommt zu Beleidigungen, körperlichen Kontakt und Angriffen.
Dr. Schmitt, Ordnungsdezernent der Stadt
Er bekräftigt den Bericht der Polizeipräsidentin und begrüßt aus Sicht der Stadt die gute Zusammenarbeit mit der Stadt.
Wolfgang Heinberg (CDU)
Dankt für die Berichte und Einführung. Aber CDU müsse auch Themen ansprechen, die Menschen auf den Nägeln brennen. Dramatisierung vermeiden, aber Zuspitzung müsse erlaubt sein.
Er geht davon aus dass Sicherheit und Respekt miteinander verwoben sind. Wenn in der Gesellschaft Respekt zurückgeht, geht auch Sicherheit verloren. Er dankt den Polizistinnen und Polizisten. Dieser Dienst für uns werde mit immer weniger Respekt begegnet. Dies müsse im Hauptausschuss, aber auch in Jugendausschuss und Bildungsausschuss besprochen werden. Normen und Werte müssen gelebt werden. Dies sei eine bildungspolitische, sozialpolitische aber auch sicherheitspolitische Herausforderung. Es gilt zum Glück nicht, dass man nur sicher sei, wenn man Geld habe.
Die Stadtgesellschaft müsse die Sicherheit im öffentlichen Raum im Auge behalten.
Kurze Replik der Polizeipräsidentin
Es gibt in Gelsenkirchen nicht die Absicht Dienststellen zu schließen. Auch nicht in Ückendorf, dort wird sogar mit der Stadt über zusammenlegung gesprochen.
Zur Technik verweist sie auf das 15-Punkte Programm des Landesverbandes. Für Videoüberwachung müssen entsprechende Bedingungen vorliegen.
Dr. Klaus Haertel (SPD)
Dankt der Polizeipräsidentin. Kritisiert generell, dass CDU immer wieder „No-G Areas“ benannt wurden und die Rede von Heinberg sei auch dramatisierend gewesen – wenn auch in einem sachlichen Ton. Diesen wolle er beibehalten.
Burkhard Wüllscheidt (GRÜNE)
Findet die Einordnung von OB Baranowski und der Polizeipräsidentin Heselhaus-Schröer richtig. Frage ist, wodurch wird das subjektive Sicherheitsgefühl gestört? Zum einen durch wirkliche Taten, hierauf muss reagiert reagiert werden. Präsenz von KOD und Polizei ist sicherlich eins, ebenso der Umgang mit Schrottimmobilien. Wichtig sei aber auch die Stadtentwicklung durch Quartiersmanagement.
Zum anderen wird es aber auch gestört durch den Umgang mit Politik, Medien und Gesellschaft. Etwas zu dramatisieren verstärkt dieses Gefühl. Politik und Medien haben eine Verantwortung. Auch er hat sich sehr über den Artikel im überregionalen Teil geärgert.
Gärtner-Engel (AUF)
Sie kennt diese Aussagen „Da gehe ich nicht mehr hin“ auch. Aber die Frage ist doch, wie man darauf reagiert. Man müsse doch nachfragen, worauf diese Angst basiert. Ist da wirklich etwas passiert?
Sie spricht Brandstiftungen in Horst an, die auf Häuser durchgeführt wurden, in denen viele Migranten durchgeführt worden und findet problematisch, dass man dazu nichts mehr gehört hat.
Jürgen Hansen (PIRATEN)
Man rede von Respektlosigkeiten, aber man rede nicht, was man dagegen tun kann. Bei Videoüberwachung drehe sich ihm der Magen um: Was hat es denn in Köln oder Paris gebracht? Dinge müssen anders angegangen werden.
Im Bezug auf Heinbergs Aussage zum Respekt vor Normen und Werten. Er fragt sich, wo sein Respekt in seinen Pressemitteilungen war, diese waren nur provokativ.
Konkrete Fragen an die Polizeipräsidentin:
- Ist sie der Meinung, dass die Dienststelle über genügend Polizeibeamten verfüge?
Antwort: Personalaufbau sei nötig. - Was hält sie von „Polizisten light“ aus Sachsen, wo 3 Monate Ausbildung reichten?
Antwort: Fundierte Ausbildung ist notwendig. - Gibt es Anzeichen dafür, dass sich die Kriminalität durch Flüchtlinge erhöht habe?
Antwort: Gemessen am Zuwachs gibt es keinen überproportionalen Anstieg der Kriminalität.

Wir lesen uns nächste Woche (Donnerstag, 13 Uhr) beim Live-Blog aus unserer Ratssitzung.