Einbürgerungs-Desaster in Gelsenkirchen: GRÜNE kritisieren massive Ablehnungsquoten und fehlende Beratung

Die GRÜNEN Gelsenkirchen zeigen sich empört über die aktuellen Entwicklungen in der lokalen Einbürgerungspraxis. „Es ist kein Geheimnis, dass die Gelsenkirchener Ausländer- und Einbürgerungsbehörden restriktiver vorgehen als viele andere“, konstatiert Meike Gerwin, Vorsitzende der GRÜNEN Gelsenkirchen. „Aber diese Zahlen erschrecken doch. Ablehnungsquoten siebenfach höher als im NRW-Schnitt – es ist schwer zu glauben, dass es dafür sachliche Gründe gibt.“

Die hohen Quoten sind kein bloßes Nebenprodukt hoher Antragszahlen, sondern das Ergebnis einer verfehlten Verwaltungspraxis: Während Städte wie Essen oder Düsseldorf durch gezielte Vorabprüfungen und umfassende Beratungsangebote sicherstellen, dass Voraussetzungen frühzeitig geklärt werden, setzt Gelsenkirchen auf ein riskantes Modell – die Streichung von Beratungsterminen zugunsten einer vermeintlich schnelleren Fallbearbeitung. Das Ergebnis ist eine Statistik, die qualifizierte Einwandernde abschrecken muss. Dass Beratungen bewusst eingestellt wurden, weil sie als „zu zeitintensiv“ gelten, ist ein fatales Signal für alle, die sich aktiv in unsere Gesellschaft integrieren wollen.

Laut Gerwin schadet dieses Vorgehen massiv dem Image der gesamten Stadt: „So etwas spricht sich rum. Qualifizierte Menschen, die sich aussuchen können, wo sie einen neuen Lebensabschnitt starten, gehen dann in Städte, in denen sie bessere Chancen haben, eingebürgert zu werden. Gelsenkirchen macht sich so unattraktiv für Menschen, die diese Stadt mit voranbringen würden. Wir stellen uns hier selber ein Bein, statt Chancen zu nutzen. Ein moderner, inklusiver Staat sollte nicht durch formelle Ablehnungen ausschließen, sondern durch klare Kommunikation und Hilfestellung überzeugen – so wie es unsere Nachbarstädte bereits erfolgreich vorleben.

Die GRÜNEN fordern daher eine sofortige Rückkehr zu einer konstruktiven Einbürgerungspolitik. Gelsenkirchen muss den Mut finden, wieder in Beratung und Vorprüfung zu investieren, um so eine rechtssichere und gelungene gesellschaftliche Teilhabe für alle zu schaffen.

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