Die grüne Landtagsabgeordnete Ilayda Bostancieri und die grüne Ratsfraktion Gelsenkirchen begrüßen die von Familienministerin Verena Schäffer am gestrigen Mittwoch vorgestellten Nachbesserungen an der Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiZ). Die Landesregierung reagiert damit auf die kritischen Rückmeldungen zum ersten Entwurf und stärkt zentrale Bereiche wie Sprachförderung, Personalentlastung und Verlässlichkeit der Betreuung.
Auch in Gelsenkirchen sind Personalausfälle, eingeschränkte Öffnungszeiten und eine hohe Belastung der Fachkräfte Alltag in den Kitas. Umso wichtiger ist es, dass das Kinderbildungsgesetz weiterentwickelt wird, um stabile Strukturen zu schaffen und die pädagogische Qualität zu sichern.
„Entscheidend ist, dass das Land anerkennt: Die Realität in unseren Kitas hat sich gewandelt. Diese Reform ist ein Schritt weg vom Schönwettergesetz hin zu mehr Ehrlichkeit und Umsetzbarkeit“, so Ilayda Bostancieri, grüne Landtagsabgeordnete aus Gelsenkirchen.
Sprachförderung gezielt stärken – besonders relevant für Gelsenkirchen
Ein zentrales Element der Nachbesserungen ist die Stärkung der alltagsintegrierten Sprachbildung. Landesweit werden dafür rund 50 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt, insbesondere für Kitas in herausfordernden Lagen. Davon profitieren auch viele Einrichtungen in Gelsenkirchen, in denen Kinder mit sehr unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen betreut werden.
Künftig soll zudem ein Kita-Sozialindex dafür sorgen, dass Ressourcen stärker nach dem tatsächlichen Bedarf der Einrichtungen verteilt werden. Damit werden soziale Faktoren systematisch berücksichtigt und Förderungen gezielter eingesetzt.
„Wenn wir echte Chancengleichheit wollen, müssen wir ungleiche Startbedingungen ausgleichen. Ein Kita-Sozialindex ist dafür ein überfälliges Instrument – gerade für Städte wie Gelsenkirchen“, betont Dagmar Eckart, Mitglied des Kinder- und Jugendhilfeausschusses für die Grüne Ratsfraktion.
Mehr Verlässlichkeit für Familien, mehr Spielräume für Kitas
Mit der Einführung verbindlicher Kernzeiten von 35 Wochenstunden, in denen qualifiziertes Fachpersonal eingesetzt wird, schafft die Reform mehr Berechenbarkeit im Betreuungsalltag. Gleichzeitig ermöglichen flexible Randzeiten den Trägern, passgenauer auf die personelle Situation zu reagieren und unnötige Schließzeiten zu vermeiden. Ergänzt wird dies durch die Ausweitung des Kita-Helfer*innen Programms, das Fachkräfte im Alltag entlastet und zusätzliche Unterstützung in die Einrichtungen bringt. „Das hilft nicht nur den Teams vor Ort, sondern auch den Eltern. Verlässliche Betreuung entsteht nicht durch Druck, sondern durch realistische Rahmenbedingungen“, so Ilayda Bostancieri.
Gute Arbeit braucht Anerkennung
Trotz der zusätzlichen Investitionen sehen die Grünen weiterhin Handlungsbedarf bei den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Insbesondere in Kitas mit besonderen sozialen Herausforderungen tragen Erzieher*innen eine hohe Verantwortung und arbeiten unter dauerhaftem Druck.
„Wer täglich unter besonders schwierigen Bedingungen arbeitet, verdient mehr als warme Worte. Deshalb fordern wir, dass Erzieher*innen an Kitas mit besonderen Herausforderungen in Entgeltgruppe 8b eingruppiert werden. Das kann auch als kommunale Entscheidung erfolgen, wenn das Land nicht liefert“, erklärt Dagmar Eckart.
Insgesamt stehen mit der KiBiz-Novelle und den Nachbesserungen nun über 420 Millionen Euro zusätzlich für das System der frühkindlichen Bildung zur Verfügung. Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist klar: Entscheidend wird sein, dass diese Mittel dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden – und dass die Reform im Dialog weiterentwickelt wird. „Gute Kitas entstehen gemeinsam mit Fachkräften, Trägern und Eltern. Dass dieser Reformprozess offenbleibt, ist seine größte Stärke“, so die Grünen abschließend.
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