Ganztagsausbau in Gelsenkirchen – GRÜNE fordern Flexibilität statt starrer Systeme

Der Countdown läuft: Ab dem 1. August 2026 greift schrittweise der gesetzliche Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Grundschulkinder. Doch während die Frist näher rückt, wächst die Sorge vieler Familien in Gelsenkirchen. Denn im Zentrum dieses Kraftakts steht das bewährte Modell der „Verlässlichen Schule“, dessen Wegfall droht. Damit stünden Eltern vor einem massiven Problem: Ein starres OGS-System mit Präsenzpflicht bis 15:00 oder 16:00 Uhr ist für viele Teilzeit-Berufstätige kaum vereinbar und würde Familien unfreiwillig in eine unflexible und somit nicht bedarfsgerechte Betreuungsstruktur drängen.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass der rechtliche Anspruch auf Ganztag zu einem bürokratischen Korsett wird, das die Lebensrealität unterschiedlichster Familienmodelle ignoriert“, warnt Dagmar Eckart, familienpolitische Sprecherin der GRÜNEN Fraktion. „Es geht hier nicht nur um die bloße Bereitstellung von Plätzen, sondern um echte Verlässlichkeit und Qualität. Kinder brauchen Orte, an denen sie ankommen und sich sicher fühlen können – und Eltern benötigen flexible Abholzeiten, die mit ihrem Arbeitsalltag kompatibel sind. Ein System, das Flexibilität opfert, ist kein Fortschritt, sondern eine Mehrbelastung für die Familien.“

Die GRÜNEN fordern mit einem detaillierten Antrag nun volle Transparenz von der Stadtverwaltung für die Sondersitzung von Bildungs- und Familienausschuss zum Thema OGS am 30. Juni 2026. Offenbleibende Fragen zur baulichen Infrastruktur – insbesondere bei Mensen und Sanitäranlagen – sowie zum akuten Personalmangel müssen dringend beantwortet werden. Zudem fordern sie eine klare Aussage darüber, wie die Stadt das strukturelle Finanzierungsdefizit ausgleicht, ohne dass die Kostenlast durch steigende Beiträge direkt auf die Eltern insbesondere unterer Einkommensgruppen abgewälzt wird.

„Wir setzen uns für Betreuungsmodelle ein, die sich an den Bedürfnissen der Kinder und Eltern orientieren, nicht an administrativen Bequemlichkeiten“, so Jan Philip Schaaf, bildungspolitischer Sprecher der GRÜNEN. „Nur wenn Gelsenkirchen jetzt mutig in flexible Lösungen investiert und die freien Träger partnerschaftlich einbindet, garantieren wir eine echte Teilhabe für alle Kinder dieser Stadt – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft oder dem Beschäftigungsmodell der Eltern.“

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