Die extreme Hitzewelle im Juni 2026 hat die Schwachstellen der städtischen Infrastruktur und Vorsorge in Gelsenkirchen offengelegt. Ein massiv erhöhtes Einsatzaufkommen von Feuerwehr und Rettungsdiensten sowie die Absage großer Events wie „Rock am Bahnwerk“ machen deutlich: Die Stadt ist auf die neuen klimatischen Realitäten nicht vorbereitet. Die GRÜNEN fordern daher eine sofortige und umfassende Aktualisierung der Hitzeaktionsplanung.
Zwar existiert eine Planung aus dem Jahr 2024, doch diese greift zu kurz. Es ist bereits eine kontinuierliche, zielgerichtete Ergänzung der Maßnahmen zu einer dynamischen städtischen Hitzeaktionsplanung vorgesehen, aber die Umsetzung scheitert. Die aktuelle Lage zeigt, dass starre Konzepte nicht ausreichen, wenn Temperaturen von über 40 °C im Sommer zum Alltag werden. Die Folgen sind weitreichend: Während öffentliche Einrichtungen wie Kitas, Schulen und Seniorenheime zu Hitzefallen werden, vertrocknet öffentliches Grün, Gewässer im Stadtgebiet stehen unter extremem Stress und das Personal in den Krankenhäusern ist überlastet.
Adrianna Gorczyk, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN in Gelsenkirchen, warnt vor weiterer Untätigkeit: „Der nächste Hitzesommer wartet nicht darauf, dass wir auf ihn gewappnet sind. Er kommt so oder so. Deshalb müssen wir gemeinsam die Verantwortung übernehmen, uns bestmöglich auf die neuen klimatischen Bedingungen einzustellen und den Klimaschutz entschieden voranzutreiben.“ Sie betont, dass insbesondere vulnerable Gruppen geschützt werden müssen: „Ganz besonders müssen wir dabei die Personen im Blick haben, die sich nur bedingt selbst helfen können, etwa Senior*innen, Schwangere, Menschen mit Behinderungen, Kleinkinder oder obdachlose Menschen.“
Die GRÜNEN fordern daher konkrete Lösungen statt Symbolpolitik:
- Gesundheitsschutz & Versorgung: Passgenaue und dynamische Hitzeschutzkonzepte für die Gesundheits- und Betreuungseinrichtungen sowie gezielte Hilfsangebote für Menschen in schlecht isolierten Dachgeschosswohnungen.
- Klimaanpassung im öffentlichen Raum: Konsequente Entsiegelung von Flächen, Förderung der Fassadenbegrünung und Bau von Versickerungsanlagen, um das Stadtklima zu kühlen. Effektive Beschattung der Spielplätze, um Kindern einen sicheren Aufenthalt im Freien zu ermöglichen. Mehr öffentliche Trinkbrunnen in allen Stadtteilen.
- Schutz der systemrelevanten Kräfte: Sicherstellung, dass Personal in Gesundheits- und Betreuungseinrichtungen sowie Rettungskräfte ihre Arbeit ohne Eigengefährdung leisten können.
- Dynamische Umsetzung: Die Stadt muss die im Plan von 2024 versprochene kontinuierliche Ergänzung der Maßnahmen endlich in die Tat umsetzen, um agil auf aktuelle Hitzewarnungen reagieren zu können.
Die GRÜNE Ratsfraktion stellt daher einen Antrag auf einen Sachstandsbericht zu Hitzeschutz und Klimaanpassung. Sie wollen die Thematik in ihrer vollen Breite beleuchten und nicht nur im Umweltausschuss behandeln. Um die gesamtstädtische Lage zu erfassen, wird der Antrag daher auch in die Ausschüsse für Gesundheit, Bildung, Kinder, Jugend und Familie, Verkehr, Wirtschaft sowie Stadtplanung eingebracht.
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